"Du musst bereit sein"

Stefanos Kapino über sein Debüt, Kohfeldt und die Zukunft

Umarmung für den souveränen Ersatzmann: Florian Kohfeldt herzt Stefanos Kapino (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 14.04.2019 // 13:03 Uhr

Von Yannik Cischinsky

In einer Sache sind sich Stefanos Kapino und Florian Kohfeldt dann doch uneinig. „Von wegen er gewinnt alle Duelle. Ich gewinne, zu hundert Prozent“, sagt Kapino am Sonntag lachend nach seinem gelungenen Bundesliga-Debüt im Weser-Stadion (zum Spielbericht). Noch am Vorabend hatte Kohfeldt mit einem Schmunzeln verraten, dass - egal ob an der Tischtennisplatte oder dem Basketballkorb - die Duelle mit Kapino stets zu Gunsten des Coaches ausgingen.

Dass Werders Nummer zwei dem Cheftrainer lächelnd widerspricht, zeugt von einem äßerst intakten Verhältnis beider und gegenseitiger Wertschätzung. „Er vertraut mir und spricht viel mit mir“, berichtet Kapino, der gegen den SC Freiburg zur Halbzeitpause den verletzten Jiri Pavlenka ersetzen musste (siehe Extrameldung). „Aber das macht er mit fast allen Spielern des Teams. Ich glaube, das ist ein Grund, warum wir da stehen, wo wir stehen“, erwidert Kapino das Lob, das er zuvor vom Trainer in zahlreichen Interviews bekommen hatte. „Kapi ist nicht nur ein Top-Keeper, sondern auch ein Top-Typ“, hatte Kohfeldt zu Protokoll gegeben (Stimmen zum Spiel lesen).

Auf seinen ersten Einsatz im Werder-Trikot hat der Grieche lange warten müssen. Dem Wechsel an die Weser folgte im Trainingslager in Grassau gleich eine schwere Verletzung. Doch Kapino hat geduldig gearbeitet. „Es war eine tolle Erfahrung, im Weser-Stadion zu spielen. Ich habe auf diesen Moment gewartet und der Moment kam“, sagt der 25-Jährige. „Du musst bereit sein und schnell ins Spiel finden.“

Es geht für mich auch darum, mich weiterzuentwickeln.
Stefanos Kapino

Das ist ihm gelungen. Ob Jiri Pavlenka in den beiden Duellen mit Bayern München ins Tor zurückkehren wird, steht noch nicht fest. „Ich glaube, Pavlas wird bis dahin wieder fit sein und spielen können. Wenn nicht, dann bin ich bereit“, so Kapino mit Blick auf die beiden „großen Spiele“ und mit Blick auf die eigene Rolle als Ersatzkeeper.

Der sympathische und kommunikative Grieche – immer für einen Spruch oder Scherz zu haben - lebt gerne in der Hansestadt. Er fühlt sich wohl, in Bremen und unter den Teamkollegen. Das war nicht zuletzt nach dem Abpfiff spürbar, als es von allen herzliche Umarmungen für den 1,96-Meter-Hünen gab. „Natürlich möchte man Nummer eins werden, aber es geht für mich auch darum, mich weiterzuentwickeln. Das tue ich hier. Ich arbeite und entwickle mich weiter.“