Neue Haltung für Phase zwei

Florian Kohfeldt über Standards
Florian Kohfeldt trainierte mit dem Team vor Schalke intensiv Standards (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 21.11.2019 / 17:05 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Wenn man im Fußball einen Lauf hat, positiv wie negativ, lässt sich der für Florian Kohfeldt oftmals in zwei Phasen aufteilen. Phase eins: Es läuft ohne erkennbaren Grund. Keiner weiß so recht, warum beispielsweise Zlatko Junuzovic in der Saison 2014/15 gleich vier Freistöße in kürzester Zeit versenkte, obwohl er sie im Training kein einziges Mal übte. „Es ist manchmal nicht erklärbar. Die Geschichte von Zladdi erzähle ich da gerne“, so Kohfeldt. Phase zwei: Die Zeit des ‚Kleinhaltens‘ ist vorbei, ein Problem muss angesprochen und trainiert werden. An letzterem Punkt ist Werder in den Augen Kohfeldts bei den defensiven Standards angekommen.

„Wir haben es nochmals trainiert, nochmals besprochen. Ich bin mir absolut sicher, dass wir eine andere Haltung haben werden“, blickt der Cheftrainer auf die Trainingswoche. Insbesondere am Dienstag und Mittwoch haben die Grün-Weißen defensive Standards trainiert. „Es ging dabei nicht um die Ordnung, auch wenn wir da Kleinigkeiten verändert haben“, so Kohfeldt.

Offensiv konnte Werder teilweise die Stärke bei Standards ausspielen (Foto: Heidmann).

Vielmehr habe sich sein Team der Schwierigkeit gestellt, sie „spielnah und realistisch zu trainieren“, so Kohfeldt auf der Pressekonferenz (jetzt anschauen). Schließlich gehe in der Bundesliga jeder offensiv ohne Rücksicht auf Verluste in die Hereingabe, in den Übungsformen seien es dagegen nur selten 105 Prozent – schon allein aufgrund der möglichen Verletzungsgefahr. In der Trainingsplanung hat das Trainerteam die Standards deshalb auf Dienstag und Mittwoch gelegt, um „voll reinzugehen“. Ecken und Freistöße wurden in hoher Zahl wiederholt.

Denn: Selbst gegen Schalke kann einer durchrutschen, auszuschließen ist das nicht. Es gilt dann, nicht das Selbstbewusstsein zu verlieren. „Wir brauchen nicht durchdrehen. Wir verteidigen auch viel weg, nicht jeder Ball ist drin“, machte Nuri Sahin deutlich, um zugleich zu betonen: „Wir sind absolut in der Verantwortung. Es rennt keiner vor dieser Verantwortung davon.“

Auch der Cheftrainer hat hier eine neue, „andere Haltung“ in seiner Mannschaft festgestellt. Und auf einem ganz anderen Blatt steht Werders offensive Stärke bei eigenen Standards. „Das kann gegen Schalke ein Dosenöffner werden“, weiß der Cheftrainer. So oder so steht fest: Standards werden am Samstag im wohninvest WESERSTADION wieder im Fokus stehen.

 

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