Vor dem WM-Finale 1966: Lieber Tennisspielen mit Sepp Maier

Günter Bernard in Episode #47 des WERDER-Podcast
Bei Werder wurde er zur Torhüter-Legende, im Nationalteam schaffte er nie den Durchbruch (Foto: imago).
Podcast
Donnerstag, 14.11.2019 / 08:52 Uhr

von Max Brosta

Er galt viele Jahre lang als das größte Torwarttalent des deutschen Fußballs. Gleichzeitig war er aber auch als „ewiger Reservist“ bekannt. Woran lag es, dass Günter Bernard zwar 25-Mal für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde, aber lediglich fünfmal im Kasten stand? Beim SV Werder wurde er ja schließlich auch Stammkeeper, Teil einer erfolgreichen Ära und Torwart-Legende. Doch warum schaffte er im DFB-Team nie den Durchbruch? Lag es vielleicht an seiner Körpergröße von nur 1,79 Meter, was für einen Torhüter doch ziemlich klein ist? Noch heute ist der ehemalige Werderaner der kleinste Keeper, der jemals im Kasten der deutschen Auswahl stand. Mit einem Manuel Neuer (1,93m), einem Jens Lehmann (1,90m) oder einem Oliver Kahn (1,88m) hätte Bernard zumindest größentechnisch nicht mithalten können. „Meine Stärke war meine Sprungkraft und mein Stellungsspiel. Damit kann man so einiges ausgleichen“, sagt er.

In Episode #47 des - von Medientechnik Keuk präsentierten - WERDER-PODCAST erzählt der 80-Jährige, der in den 1960er Jahren die erfolgreichste Zeit seiner Karriere erlebte, warum es nie zum großen Sprung in der Nationalmannschaft reichte. „Frust hatte ich deswegen nie“, verrät er. Schließlich hatte er große Konkurrenz. „Erst war Hans Tilkowski verdient die Nummer eins. Er war der bessere. Dann kam Sepp Maier, der 95 Länderspiele machte. Ich war aber nie beleidigt, weil ich wusste, dass auch Maier der bessere war“, betont Bernard, den vor allem mit Sepp Maier eine kuriose Geschichte verbindet. Zusammen fuhren beide für die deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 1966 nach England. Maier als Nummer drei, Bernhard als Nummer zwei und Tilkowski als Nummer eins. Die Chancen auf einen Einsatz für beide Ersatzkeeper? Fast Null. 

Einen Spielerwechsel während der laufenden 90 Minuten gab es bei der WM 1966 nicht. „Selbst wenn sich einer verletzte, musste weitergespielt werden“, erzählt Bernard. Trotzdem gab es vor dem Endspiel gegen England eine Mannschaftssitzung. Doch warum an einer langen Besprechung teilnehmen, wenn man doch eh nicht spielt? „Sepp Maier und ich hatten keine Chance, eingewechselt zu werden. Dann sagte er zu mir: Du Günter, wir könnten eigentlich noch einen Runde Tennis spielen“, schmunzelt der ehemalige Werder-Keeper. Gesagt, getan. Vier Stunden vor dem WM-Finale lauschten die beiden nicht mehr den Worten von Bundestrainer Helmut Schön, sondern standen auf dem Tennisplatz. „Der merkt es eh nicht, wenn wir eine Stunde nicht da sind“, dachten sich Bernard und Maier. 

Geschadet hat es beiden Karrieren nicht. Maier wurde 1972 Europa- und zwei Jahre später Weltmeister. Günter Bernard trat zwar wenig später aus der Nationalmannschaft zurück, avancierte beim SV Werder aber bekanntlich zur Torwart-Legende. An der Deutschen Meisterschaft, die die Bremer 1965 feierten, war er mit zwölf Spielen ohne Gegentreffer maßgeblich beteiligt. „Ewiger Reservist“? Das war er beim SVW nie. Insgesamt stand er 287-Mal für die Grün-Weißen zwischen den Pfosten. Und dabei wollte er eigentlich nur zwei Jahre an der Weser bleiben…

Warum? Das erklärt er in Episode #47 des WERDER-PODCAST. Günter Bernard, Teil des gefürchteten „Bremer Betons“, erzählt im grün-weißen Audio-Medium, wie er einst an die Weser kam, wer sein absoluter Lieblingsspieler ist und wer sein Lieblingsmusiker. Zusammen haben Bernhard und Moderator Markus Biereichel auch noch einen ganz besonderen Gast am Telefon. Hört rein! Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW.

 

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