Die Verkörperung des Ehrenamts

40 Jahre Ehrenamt bei Werder - und für Inge Schröder ist noch kein Ende in Sicht (Foto: WERDER.DE).
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Donnerstag, 05.12.2019 / 10:04 Uhr

von Martin Lange

„Ich würde es immer wieder tun“, betont Inge Schröder, wenn sie über den Moment spricht, als sie sich vor mehr als 40 Jahren entschied, sich ehrenamtlich in der Fußballabteilung des SV Werder zu engagieren.

Das war 1978, die Fußballabteilung der Grün-Weißen wurde vom legendären Helmut Lampe geleitet. Und dessen Sohn Herweg war damals Arbeitskollege von Inge Schröder. „Er sagte mir, dass sein Vater noch Unterstützung sucht, und fragte mich, ob ich montags Zeit hätte“, erinnert sich die 64-Jährige, die schon damals – wie heute – nur einen Steinwurf vom Weser-Stadion entfernt wohnte. Und bereits als Teenager hatte Inge Schröder diese Nähe zu Werder genutzt. „Nach der Schule habe ich oft nur kurz meine Sachen nach Hause gebracht und bin direkt weitergegangen, um der Bundesliga-Mannschaft beim Training zuzusehen“, erzählt sie.

Der SV Werder gehörte also nahezu von Beginn an zu Inge Schröders Leben dazu. „Außerdem habe ich als Kind immer mit meinem Cousin Fußball gespielt.“ Nun also die Bitte, dass sie selbst ein Teil des Clubs werden möge. Da musste Inge Schröder „nicht lange überlegen“. Ab sofort führte sie jeden Montag bei den damals wöchentlichen Sitzungen des Fußballvorstands das Protokoll. Und fühlte sich im Kreise der Vorstandskollegen in der vermeintlichen Männerdomäne Fußball von Beginn an wohl: „Da gab es nie Probleme. Ich war sofort voll integriert.“

Inge Schröder wird zum Ehrenmitglied ernannt

Auf der Mitgliederversammlung wurde sie von Vize-Präsident Jens Höfer persönlich gewürdigt (Foto: WERDER.DE).

Und als sich die damalige Schriftführerin nach und nach zurückzog, übernahm Inge Schröder schon bald weitere Aufgaben: Turnierunterlagen, Einladungen, der gesamte Schriftverkehr der Abteilung lag fortan in den Händen der gelernten Versicherungskauffrau. Und das ist bis heute so, mittlerweile hat die E-Mail den Brief fast vollständig abgelöst. „Inge Schröder hat alle technischen Veränderungen und Entwicklungen bis zur heutigen, fast ausschließlich elektronischen Abwicklung zeitgerecht umgesetzt und verinnerlicht“, lobte Werders Vize-Präsident Jens Höfer bei der Mitgliederversammlung im November 2018.

Diese Veranstaltung hatte die verdiente Werderanerin, wie sie zugibt, „mit weichen Knien“ besucht. Schließlich wusste sie, dass ihr etwas bevorstand, das nur sehr, sehr wenige Werder-Mitglieder erleben: die Ernennung zum Ehrenmitglied durch das Geschäftsführende Präsidium mit Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald an der Spitze – für 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit. Traditionell wurde diese Auszeichnung von der Übergabe einer Urkunde, eines Blumenstraußes, einer besonderen Skulptur der Bremer Stadtmusikanten sowie eindrucksvollen Worten der Würdigung begleitet. „Also stand ich da mit all den Präsenten und war sehr gerührt“, erinnert sich Inge Schröder. „Obwohl ich in dem Moment die Laudatio von Jens Höfer gar nicht richtig wahrgenommen habe.“

40 Jahre Fußballvorstand miterlebt

Höfer, Vize-Präsident und ehemaliges Mitglied des Fußballvorstands, hatte seine frühere Vorstandskollegin für ihre „unschätzbaren Dienste“ gelobt. Und weiter: „Die wunderbare Inge Schröder hat immer geräuschlos, gewissenhaft, kollegial und im Sinne der Sache die Aufgaben gemeistert. Sie verkörpert die Ehrenamtlichkeit im Verein ihres Herzens wie keine andere.“ Keine Frage: Die Ausdauer und Verlässlichkeit, mit der Inge Schröder sich bei Werder engagiert, hat Vorbildcharakter für alle nach ihr folgenden Generationen. „Ich finde: Jeder sollte etwas Gutes tun“, unterstreicht sie und verrät, was sie immer wieder antreibt: „Dass ich für Werder arbeiten kann, ist ein tolles Gefühl. Außerdem haben es die Trainer und Betreuer der Abteilung verdient, dass wir sie unterstützen. Es herrscht ein gutes Miteinander.“  

Inge Schröder bringt in ihre Arbeit einen riesigen Erfahrungsschatz ein. Unter Helmut Lampe hatte sie einst begonnen, ihm folgte als Vorsitzender Wolfgang Schäfer. Und seit 1995 wird die Fußballabteilung von Dietmar Ernst geleitet. Zudem kamen und gingen in vier Jahrzehnten zahlreiche Vorstandsmitglieder. „Es war und ist spannend, immer wieder mit neuen Leuten zusammenzuarbeiten“, findet Inge Schröder. Und freut sich, dass einst beschlossen wurde, mit dem gesamten Fußballvorstand in jedem Jahr ein Bundesliga-Auswärtsspiel der Grün-Weißen zu besuchen, um den Zusammenhalt zu stärken und sich untereinander noch etwas besser kennenzulernen: „Das ist immer lustig und jedes Mal ein tolles Erlebnis.“ Und ein Heimspiel im Weser-Stadion hat die Werderanerin sowieso bisher nur „sehr selten verpasst“.

Treue wird groß geschrieben

Genauso treu wie ihrem Verein ist Inge Schröder auch ihrem Job. In der Generalagentur, in der sie zur Versicherungskauffrau ausgebildet wurde, blieb sie elf Jahre lang, arbeitete dann fünf Jahre lang in einer Agentur am Osterdeich, ehe sie vor 34 Jahren zur damaligen Securitas Bremer Allgemeine Versicherungs-AG (heute Basler Versicherungen) wechselte. Auch wenn ihr die Arbeit Spaß macht, wehmütig wird Inge Schröder nicht, wenn sie an ihren unmittelbar bevorstehenden Ruhestand denkt. „Maximal ein dreiviertel Jahr“ werde es noch werden, verrät sie.

Ein Abschied vom SV Werder würde ihr da schon schwerer fallen. Jeden Montag ist sie beim Trainer- und Betreuertreffen der Abteilung Fußball im Vereinsheim ‚Platz 11‘, bei den jeweils zwei Vorstandssitzungen pro Monat führt sie gewissenhaft wie eh und je das Protokoll – genau wie bei der jährlichen Mitgliederversammlung der Abteilung. „Ich komme jedes Mal sehr, sehr gerne her“, strahlt Inge Schröder. „Und wenn es nach mir geht, ist auch noch kein Ende in Sicht.“

 

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